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Verfügbarkeit von Bauholz

Viele Unternehmen erhalten in den letzten Wochen Preiserhöhungen und Lieferzeitverlängerungen von ihren Lieferanten mitgeteilt. Das betrifft Bauholz und auch die meisten anderen Bauprodukte. Da der Auftragsbestand sehr hoch ist, haben manche Betriebe mittlerweile Schwierigkeiten, Ihren Materialbedarf kurzfristig zu decken. Um die Vorgehensweise in dieser bundesweit vorherrschenden Lage zu besprechen, haben sich DHV, 81fünf und ZimmermeisterHaus in einer online-Besprechung abgestimmt.

Für den Holzbau sind drei Gründe für die Preissteigerungen und Lieferengpässe maßgebliche Ursache:

1.    Unterbrochene Produktion und Lieferketten wegen Corona
Die Coronakrise hat in vielen Weltregionen zu Produktionausfällen geführt. Die internationale Versorgungslücke konnte bis heute nicht geschlossen werden. Daraus resultiert eine sehr hohe Nachfrage nach europäischem Schnitt- und Rundholz.

2.    Stark gestiegener Export
Holz ist mittlerweile ein stark nachgefragtes internationales Handelsgut. Besonders die USA und China haben 2020 ihre Importe von Holzprodukten aus Deutschland deutlich gesteigert. Dies geschieht, um Lieferungen aus anderen Ländern zu ersetzen und den eigenen Markt zu versorgen. Daraus resultieren Preissteigerungen und Lieferschwierigkeiten, die aktuell die Bauwirtschaft in Deutschland belasten.

3.    Mehr Holzbau
Der Holzbau erfreut sich einer sehr großen Nachfrage und erzielt dadurch starke Zuwächse. Zeitgleich wurden die Landesbauordnungen überarbeitet und bisherige Nachteile für den Baustoff Holz dabei beseitigt. Mehrgeschossige Wohngebäude und Einfamilienhäuser werden zunehmend in Holz gebaut. Andere Großprojekte wie in Heilbronn, München oder Hamburg haben Leuchtturm-Charakter für den Aufbruch des Holzbaus. Die Auslastung der Betriebe ist aktuell auf sehr hohem Niveau. Damit ist auch der Bedarf an Holz für das Bauen in der Stadt insgesamt stark gewachsen.

Dennoch steht ausreichend Holz zur Verfügung. Experten aus der Wertschöpfungskette Forst und Holzwirtschaft erwarten, dass sich der Engpass im Verlauf des 2. Halbjahres 2021 auflösen wird. Das Preisniveau wird sich auf hohem Niveau stabilisieren. Anpassungen der Materialpreise sollten mit den Auftraggebern im Sinne einer einvernehmlichen Lösung angesprochen werden.
 

Videokonferenz zur Besprechung zur aktuellen Lage der Holzversorgung zwischen DHV, ZMH und 81fünf