26. September 2022

DHWR – Bauministerkonferenz: Holzwirtschaft warnt vor Rückschritt beim klimafreundlichen Bauen mit Holz

Anlässlich der heute und morgen tagenden Bauministerkonferenz erinnert die Deutsche Holzwirtschaft die Bauminister der Länder und die Bundesbauministerin daran, dass das klimafreundliche Bauen mit Holz seinen Beitrag zum Klimaschutz nur leisten kann, wenn die Politik baurechtliche Hemmnisse ausräumt und das nachhaltige Bauen konsequent fördert. Die Politik auf Bundes- und Landesebene habe die Vorteile der Holzbauweise…

Berlin, 22.09.2022: „Die Bilanz ist drei Jahre nach den Beschlüssen der Bauministerkonferenz ernüchternd“, resümiert Erwin Taglieber, Präsident des Deutschen Holzwirtschaftsrats e.V. (DHWR) über die Bemühungen der Bauminister zum Abbau von Hemmnissen im Baurecht. „Entgegen bisheriger Ankündigungen ist das Bauen mit Holz komplizierter geworden, anstatt dass die Genehmigungen vereinfacht wurden.“

Die von der Bauministerkonferenz im Juni 2021 auf den Weg gebrachte Muster-Holzbau-Richtlinie regelte das Bauen mit Holz neu. So kann nach Einführung der Richtlinie in Landesrecht theoretisch in den Gebäudeklassen 4 und 5 bis zur Hochhausgrenze mit Holz gebaut werden. Allerdings bildet die Richtlinie nicht den Stand von Baupraxis, Technik und Wissenschaft ab. So ist zum einen die weit verbreitete und praxiserprobte Holzrahmenbauweise in der Gebäudeklasse 5 nicht geregelt. Dies erschwert insbesondere die Aufstockung von Bestandsgebäuden, für die diese Leichtbauweise prädestiniert ist. Des Weiteren beschreibt die Richtlinie nur einen geringen Teil möglicher Detailausführungen des Holzbaus. Die allermeisten Projekte können nach wie vor nur mit aufwendigeren Einzelfallgenehmigungen realisiert werden. Nach Veröffentlichung der Muster-Holzbaurichtlinie gingen die Baubehörden mehrerer Bundesländer zudem dazu über, Genehmigungen mit von der Richtlinie abweichenden Detailausführungen zu versagen.

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