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DHV-Präsidium äußert Kritik an grüner Einfamilienhaus-Ansage

Die kritischen Äußerungen des Grünen-Politikers Anton Hofreiter zum Thema Einfamilienhäuser sorgen für heftige Reaktionen – sowohl gesellschaftlich wie auch auf politischer Ebene.

Zur Frage, wie die Menschen in Deutschland leben sollen, gehört immer auch die Überlegung, wie sie wohnen wollen. Der Deutsche Holzfertigbau-Verband e.V. (DHV) setzt sich für den Erhalt einer breiten Vielfalt an Wohnformen ein und erteilt Versuchen, den Neubau von Einfamilienhäusern zu erschweren oder gar zu verbieten, eine klare Absage. Ausschlaggebend für die Wahl des Wohnens sollte jedoch vorrangig der Standort sein, ob und wie im urbanen oder im ländlichen Raum gebaut wird.

Der Deutsche Holzfertigbau-Verband (DHV) vertritt zusammen mit seinen Partner-Verbänden ZimmerMeisterHaus (ZMH) und der 81fünf AG rund 400 Holzbau-Unternehmen. Geplant und errichtet werden neben Einfamilienhäusern auch gewerbliche und kommunale Bauten – sei es mehrgeschossige Wohn- und Bürogebäude, Hallen, Schulen, Kindergärten etc.

"Das Ansinnen, die Herstellung und Errichtung neuer Eigenheime in Deutschland grundsätzlich als 'unsozialen Flächenfraß und energetische Verschwendung' in Verruf zu bringen, betrachten wir als irreführend. Die von interessierten Kreisen vorgebrachten Behauptungen entbehren im Kern jeglicher Substanz. In der Konsequenz sind solche Verlautbarungen sowohl wirtschafts- als auch sozialpolitisch schädlich, denn sie spalten, statt zu einen; sie verunsichern, statt Mut zu machen und sie verbieten, statt zu fördern.", urteilt DHV-Präsident Erwin Taglieber. Der Geschäftsführer eines mittelständischen Holzbau-Unternehmens ist auch als Stadtrat politisch aktiv und kennt diese Argumente sehr genau. "Die Diskussion um den Bau von Einfamilienhäusern ist nicht neu, doch ging es hierbei stets um die Frage nach dem Standort: wo gibt es ausreichend Flächen und wo macht es eher Sinn, in die Höhe zu bauen. Der DHV plädiert generell für das Bauen von Wohnungen, letztendlich entscheidet jedoch immer noch die jeweilige Gemeinde oder Kommune, wo und wie gebaut wird."

Mehrheit für Einfamilienhäuser

Wer den Einfamilienhausbau in Frage stellt, ist mit dem Baugeschehen in unserem Land nicht sonderlich vertraut. Weder im Hinblick auf die Bebauung freier Grundstücke in den Städten noch auf dem Land können die vorgebrachten Behauptungen überzeugen. Auch nicht in punkto Primärenergiebedarf, den die Produktion von Baumaterialen und die Errichtung von Wohngebäuden nun einmal erfordert: Die Energiemenge, die im Zuge der Herstellung eines typischen anderthalbgeschossigen Holzfertighauses im heute üblichen KfW40-Standard verbraucht wird, hat sich durch den extrem minimierten Heizenergiebedarf und die entsprechende Verringerung des Brennstoffverbrauchs bereits nach wenigen Jahren amortisiert. Und beim Klimaschutz erweist sich gerade der Holzbau wie keine andere Bauweise als förderlich: Jedes neu errichtete Einfamilien-Holzfertighaus entlastet die Atmosphäre bekanntlich um mindestens zehn bis fünfzehn Tonnen CO2! Die aktuelle Aussage des Grünen-Politikers Hofreiter ist insofern aus rein ökologischen Gründen nicht nachvollziehbar“, stellt Ulf Cordes klar, Holzbau-Unternehmer aus Rotenburg/Wümme und Vizepräsident des DHV.

Pro Holzhaus im Grünen

Gerade in der Abwägung hinsichtlich der Bauweisen liegt der Schlüssel, den Traum vom Eigenheim im Grünen als Lebensperspektive zu ermöglichen, denn hinsichtlich der CO2 Emissionen brilliert Bauen mit Holz und ist aktiver Klimaschutz“, betont Ahmed Al Samarraie, Vorstandsmitglied und Obmann des Arbeitskreis ökologischer Holzfertigbau im DHV: „Die Zementproduktion für Beton- und Mauerwerksbauten ist der achtgrößte CO2-Emittent weltweit mit 2,8 Mrd. Tonnen, hingegen speichert Holz CO2 für die Dauer der Nutzung und entlastet erheblich im Klimawandel. Hier sollte die Politik ansetzen und die richtigen Weichen stellen, um einen ganzheitlichen Kontext zu schaffen. Ich würde mir wünschen, dass Politiker gleich welcher Couleur auch an die Konsequenzen denken, die vorschnelle Meinungsäußerungen haben können – und zwar nicht allein im Hinblick auf die nächste Wahl. Einer dirigistischen Baupolitik bedarf es hierzulande nicht; das Nebeneinander von 16 Landesbauordnungen ist schon Hemmnis genug – aber das ist eine andere Baustelle, um die wir uns ohnedies zu kümmern haben, um mehr Wohnungssuchenden als bisher ein menschenwürdiges Zuhause anbieten zu können.“, hält der Bausachverständige entgegen. 

DHV fordert, mehr Bauland auszuweisen

DHV-Geschäftsführer Konstantin zu Dohna appelliert an die Kommunalpolitiker, mehr Bauland auszuweisen, um endlich dem grassierenden Wohnraummangel Einhalt zu gebieten: „Kernproblem ist hierzulande nicht, dass es für vernünftig geplante Siedlungen zu wenig Freiflächen gäbe – wer mit offenen Augen durch Städte und Dörfer fährt, kann mehr als genug bebaubaren Grund und Boden entdecken. Statt sich also über eine angebliche Baulandknappheit zu mokieren, wäre es zielführender, Neubaugebiete in bedarfsgerechtem Umfang auszuweisen – spätestens, sobald keine innerstädtischen Baulücken mehr zur Verfügung stehen. Dafür genügt auf kommunaler Ebene ein Ratsbeschluss“, merkt der studierte Betriebswirt an. Der DHV wünscht sich, dass sich Bauwillige durch die gegenwärtige öffentliche Diskussion nicht davon abbringen lassen, ihren Traum vom Eigenheim zu verwirklichen.

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Erwin Taglieber, Präsident DHV