Bild: Finnforest-Merk

Die Holzmassivbauweise
mit Brettsperrholz

Zunehmend werden großformatige, flächige Massivholzelemente als tragende und zugleich raumbildende Wand-, Dach- und Deckenelemente eingesetzt.
Neben verschiedenen anderen Systemen erweist sich die Etablierung von Brettsperrholz als besonders erfolgreich, dass seit mehr als zehn Jahren deutlichen Zuspruch von Architekten und Tragwerksplanern erfährt. Das Prinzip seiner Herstellung ist von der Tischler- oder Sperrholzplatte bereits seit längerem geläufig – neuartige Perspektiven eröffnen allerdings die ungewohnten Dimensionen.

Das Bauen mit Brettsperrholz erlaubt einen grundlegend neuen Zugang zu massivem Holz als Konstruktionsmaterial.
Neben die heute gebräuchliche Tektonik der Rahmen- und Skelettbauweise aus stabförmigen Bauteilen wird eine annähernd freie, nichtmodulare Anwendung von großflächigen Bauteilen gestellt. Gerade bei Brettsperrholz entsteht durch kreuzweise Verklebung einzelner Brettlagen aus dem gerichteten Werkstoff Holz ein Material mit Platten- oder Scheibenwirkung, das sich als Wand-, Decken- oder Dachbauteil, aber auch für Bodenplatten im Brückenbau einsetzen lässt.

Der Planer kann also auch im Holzbau in Flächen denken.
Indifferente, massive Bauteile aus Brettsperrholz erweisen sich als erstaunlich anpassungsfähig, da sie sich beinahe widerstandslos dem formenden Zugriff durch CNC-gesteuerte Fräskopfe ergeben. Fenster- und Türöffnungen lassen sich aus den Wandelementen einfach herausschneiden, ohne dass ein übergeordnetes Raster zu berücksichtigen ist. Die flächigen Tragwerke ermöglichen die Umsetzung monolitisch und homogen gedachter Architekturkonzepte, welche bislang dem Massivbau (etwa mit homogenem Beton) vorbehalten schienen – immer aber unter den Gesetzmäßigkeiten des Holzbaus.

Vielfältige Anwendungsbereiche
Anwendungstechnisch erlaubt Brettsperrholz neben dem Bau von Ein- und Mehrfamilienhäusern oder gewerblichen Bauten auch die Errichtung von hohen Gebäuden. Nach dem Bau des ersten siebengeschossigen Wohnhauses in Berlin ist erstmals ein neungeschossiges Stadthaus in London enstanden. Aufgrund der schlanken Wandkonstruktionen, hohen Tragfähigkeit und der sehr guten Brand- und Schalleigenschaften hat der Massivholzbau gute Chancen, bei diesen Bauaufgaben mit anderen mineralischen Bauweisen aufzuschließen.