Bild: FingerHaus

Holztafelbau

Im deutschsprachigen Raum sind die Begriffe Holztafelbau und Holzrahmenbau geläufig.
Sie beschreiben das gleiche Konstruktionsprinzip, unterscheiden sich aber im Umfang der Vorfertigung. Mittlerweile verläuft die Grenze zwischen den beiden Bauweisen fließend. Die verschiedenen Bauelemente werden in DIN 1052 "Entwurf, Berechnung und Bemessung von Holzbauwerken" einheitlich als Wand-, Decken- und Dachtafeln bezeichnet.

Im Holztafelbau werden für das Fertighaus die Bauelemente bereits also im Werk komplettiert.
Sie erhalten dort die Dämmung in den Gefachen der Rahmenkonstruktion, die beidseitig mit der Beplankung bzw. Bekleidung geschlossen wird. Holzbekleidungen, Putz auf zusätzlicher Außendämmung oder Klinkervorsatz, der allerdings vor Ort gemauert wird, stehen in zahlreichen Varianten zur Wahl.

In die Bauteile werden die Leitungsführung der modernen Haustechnik und Vorrüstungen für spätere Installationen integriert.
Eine zusätzliche Außen- oder Innendämmung ist die Regel. Das Niedrigenergiehaus und das Passivhaus wurden im Fertigbau schon früh entwickelt und in die Serienreife überführt. Zu den werkseitig vormontierten Bauteilen gehören auch die Fenster und Außentüren. Für die Arbeit auf der Baustelle bleibt das Finish: Haustechnik und Ausstattung, Anstrich, Fliesen, Bodenbeläge, Türen und die restliche Wohnausstattung. Das Prinzip weitestgehender Vorproduktion passgenauer, maßhaltiger Bauteile verkürzt die Bauzeit noch einmal deutlich: in ihr Fertighaus können die Bewohner im Schnitt 5 Wochen nach Montagebeginn ab Kellerdecke oder Bodenplatte einziehen. Außerdem begünstigt die industrielle Vorfertigung im Werk den Einsatz moderner Organisations- und Produktionsmethoden wie etwa die computergesteuerte, automatisierte Vorfertigung: eine Entwicklung, die im Holzhausbau insgesamt rasch voranschreitet.

Schließlich kommt die Vorfertigung im Holzbau und im Fertigbau dem Qualitätsstandard und seiner laufenden Überwachung zugute. So ist jedes im Werk geschlossene Tafelbauelement mit dem Ü-Zeichen als Bestätigung für die Einhaltung der Normen und gesetzlichen Bestimmungen zu kennzeichnen.

Das Fertighaus von heute, das im System und Grundaufbau der Elemente die Vorteile der Vorfertigung und der Serie nutzt, lässt der Planung und Gestaltung nach den Wünschen der Bauherren weiten Spielraum: Größe, Grundriss, Raumaufteilung, zukunftsweisende Haustechnik, äußere und innere Ausstattung werden frei gewählt, Varianten sind in Bild und Kalkulation rasch darstellbar.

Neben sehr individuellen Entwürfen lässt sich aber auch ein Trend zu kostenoptimierten Häusern mit kompakten Grundrissen zum Beispiel für junge Familien beobachten. Zweckbauten wie Bürogebäude oder Kindergärten und mehrgeschossiger Wohnungsbau gehören ebenfalls zum Aufgabenfeld des Holztafelbaus.