Holzrahmenbau

Kennzeichnend für den Holzrahmenbau sind tafelförmige Elemente mit tragendem Rahmen und aussteifender Beplankung.
Für die Rahmen wird Massivholz verwendet, vorzugsweise in Form von Konstruktionsvollholz (KVH). Die Beplankung besteht zumeist aus Holz- oder Gipswerkstoffen. Standardisierte Holzquerschnitte und gängige Plattenmaße rationalisieren die Vorfertigung und den Bau. Das leistungsfähige Traggespann aus Rahmen und Beplankung nimmt im Gefüge von Wand, Decke und Dach sämtliche senkrechten Gebäude- und Verkehrslasten und waagerechten Lasten aus Windschub effizient auf. Trotzdem bleibt das Gewicht gering und die Konstruktion schlank, da in den freien Räumen der Holzrahmen platzsparend die Dämmung untergebracht wird.

Zur Holzkonstruktion passt die Außenbekleidung aus Holz.
Möglich und vielfach ausgeführt sind aber auch Putzfassaden oder eine nichttragende Klinkervorsatzschale. Eine zusätzliche Dämmschicht für höchsten Wärmeschutz kann entweder außenseitig oder innenseitig von der Konstruktionsebene liegen. Innenseitig dient sie zugleich als Installationsebene. Unabhängig vom Konstruktionsraster sind die Grundrisseinteilung und die Positionen von Fenstern und Türen frei. So entsteht das Holzrahmenhaus individuell in der Zusammenarbeit zwischen Bauherr, Architekt und Holzbauunternehmer, der das Gesamtmanagement des Bauablaufs übernimmt, bis hin zur schlüsselfertigen Erstellung.

Die Holzrahmenelemente für Wände und Decken, teilweise auch für das Dach werden im Zimmereibetrieb vorgefertigt.
Die Montage erfolgt dann am Bau in 5 bis 8 Tagen. Der Aufbau erfolgt stockwerkweise – die Decke des EG bildet Basis und Arbeitsbühne für den weiteren Aufbau. Daneben gibt es Varianten mit haushohen Elementen. Die weitere Komplettierung vor Ort benötigt 8 bis 12 Wochen, insgesamt beträgt die Bauzeit nur etwa die Hälfte des im konventionellen Hausbau Üblichen. Als ökonomisches und individuelles Bausystem wird der Holzrahmenbau vor allem für Ein- und Zweifamilienhäuser, Reihen- und Gruppenbebauungen eingesetzt, ebenso für Aufstockungen und Anbauten im Bestand oder für Verwaltungsgebäude. Mittlerweile bieten die Holzsystembauweisen kosten- und flächensparende Alternativen auch im mehrgeschossigen Wohnungsbau.